1. Was bedeutet Unternehmenstransformation im Bauwesen konkret – und wie zeigt sich das in deinem Alltag bei der Tecklenburg GmbH?
Unternehmenstransformation bedeutet, das Unternehmen strategisch auf zukünftige Marktanforderungen auszurichten, sie umfasst dabei mehrere Dimensionen wie Strategie, Kultur, Geschäftsmodell, Technologie und Prozesse. Bei Tecklenburg umfasst das die Identifikation und Erarbeitung neuer Geschäftsfelder wie z. B. dem Holzmodulbau, die Weiterentwicklung bestehender Modelle wie dem GU/GÜ-Geschäft sowie die Optimierung und Digitalisierung von Prozessen, Arbeitsweisen und Strukturen.
Ein zentraler Bestandteil ist dabei, den Markt und relevante Trends zu beobachten, zu verstehen und zu bewerten: Welche Entwicklungen sind für uns als Unternehmen und Arbeitgeber relevant? Welche Auswirkungen könnten sie auf unsere Organisation, unsere Kunden oder unsere Projekte haben?
In meinem Alltag zeigt sich das durch die Arbeit an strategischen Projekten in verschiedenen interdisziplinären Teams. Dabei geht es nicht nur um die Umsetzung neuer Ideen, sondern auch darum, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und die Organisation für Veränderungen zu befähigen. Aufgaben hierbei sind beispielsweise die Automatisierung von Prozessen, Synchronisierung von Prozessen und digitalen Lösungen mit der Geiger Gruppe oder die Mitarbeit an der Unternehmensstrategie.
2. Wie erkennst du, welche Themen oder Geschäftsbereiche besonders viel Zukunftspotenzial haben?
Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Geiger-Gruppe an einer Unternehmensstrategie, die es uns ermöglicht, Synergieeffekte innerhalb der Gruppe gezielt zu nutzen und am Markt sichtbar zu machen.
Wir setzen uns intensiv mit Megatrends auseinander – etwa Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder demografischer Wandel – und analysieren, welche Auswirkungen diese nicht nur auf unsere Produkte und Leistungen, sondern auch auf uns als Organisation und als Arbeitgeber haben.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist unser Netzwerk: Der regelmäßige Austausch mit Partnern, Kunden und anderen Akteuren der Branche hilft uns, frühzeitig zu erkennen, was den Markt bewegt. Glücklicherweise ist die Zeit der Ellenbogenmentalität im Bau vorbei – heute wird Wissen geteilt, und genau davon profitiert die Branche.
So entstehen neue Geschäftsmodelle, Weiterentwicklungen bestehender Angebote und auch Impulse für interne Prozesse. Die Kombination aus Marktbeobachtung, Gruppen-Know-how, Netzwerk und interner Expertise ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.
3. Welche Rolle spielen Innovationen und neue Technologien in der strategischen Weiterentwicklung eines Bauunternehmens?
Der Einfluss von Innovation und Technologie lässt sich aus zwei Perspektiven betrachten. Zum einen nutzen wir sie aktiv in unserem Streben nach kontinuierlicher Verbesserung: um Prozesse und Strukturen zu optimieren, transparenter zu machen und unsere Wertschöpfung zu steigern. Neue Technologien ermöglichen uns effizientere Abläufe und machen Prozesse und Geschäftsmodelle messbar. Das ist entscheidend, um daten- und faktenbasiert Entscheidungen zu treffen – sowohl auf operativer als auch auf strategischer Ebene.
Zum anderen sind Innovationen und technologische Entwicklungen häufig das Ergebnis externer Einflüsse und Zwänge. Sie entstehen aus gesellschaftlichen, ökologischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen und prägen damit nicht nur unser Unternehmen, sondern den gesamten Markt. Ein Beispiel dafür ist der Megatrend der Ökointelligenz: Er treibt nachhaltige Technologien und Bauweisen maßgeblich voran und beeinflusst die gesamte Branche. Innovationen und neue Technologien prägen daher stark unsere Weiterentwicklung.
4. Wie gelingt dir der Spagat zwischen Tradition und Modernisierung im Bau?
Wir respektieren unsere Herkunft als traditionsreiches Familienunternehmen und verbinden sie mit einer klaren Zukunftsorientierung. Seit diesem Jahr sind wir Teil der Geiger-Gruppe – einem Unternehmensverbund, der diesen Spagat zwischen Tradition und Innovation bereits seit Jahren erfolgreich lebt. Das gibt uns zusätzliche Impulse und Möglichkeiten, neue Wege zu gehen, ohne unsere Identität zu verlieren.
Viele unserer Mitarbeitenden sind seit vielen Jahren im Unternehmen und identifizieren sich stark mit Tecklenburg. Gleichzeitig sind wir offen für den stetigen Wandel in der Branche und gestalten diesen aktiv mit – sei es durch neue Geschäftsmodelle, moderne Bauweisen oder digitale Arbeitsweisen. Dabei ist uns wichtig, dass wir unsere Werte wie Verlässlichkeit, Qualität und partnerschaftliches Arbeiten nicht aus dem Blick verlieren. Modernisierung bedeutet für uns nicht Bruch, sondern Weiterentwicklung.
5. Welche Herausforderungen gibt es, wenn neue Tools oder Prozesse eingeführt werden – und wie motivierst du die Kolleginnen und Kollegen offen für Neues zu sein?
Herausforderungen liegen oft in der Akzeptanz und im Change-Management. Neue Tools und Prozesse bedeuten für viele Mitarbeitende zunächst eine Umstellung – manchmal auch einen Mehraufwand im ersten Schritt. Umso wichtiger ist es, diesen Wandel aktiv zu begleiten.
Wir setzen auf transparente Kommunikation, gezielte Schulungen und die frühzeitige Einbindung der Mitarbeitenden – sowohl in die Entwicklung und Digitalisierung von Prozessen als auch in die Auswahl digitaler Lösungen. Motivation entsteht durch Beteiligung, klare Zielbilder und sichtbare Erfolge.
6. Wie wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen für erfolgreiche Immobilienprojekte und können Sie mir ein Beispiel für ein digitales Tool in der Zusammenarbeit nennen?
Die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen ist entscheidend für den Erfolg von Bauprojekten. Von der Architektur über die Kalkulation bis zum Baustellenteam und den Vertrieb müssen alle Bereiche im stetigen Austausch stehen.
Ein wichtiges Instrument dafür ist unsere digitale Prozesslandkarte. Sie unterstützt die interdisziplinäre Kommunikation, schafft Transparenz in Bezug auf Abläufe und Verantwortlichkeiten und hilft uns als Unternehmen, aus Projekten zu lernen. So können wir nicht nur Prozesse verbessern, sondern auch Schnittstellen zwischen den Abteilungen gezielt stärken. Für projektübergreifende Abteilungen wie Kalkulation, Architektur oder Sonderwunsch ermöglicht dies beispielsweise eine bestmögliche Übersicht über die Projekte, um so ihre Kapazitäten bestmöglich zu koordinieren.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Neuigkeiten-Archiv der Tecklenburg GmbH.




